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Erfahrungsbericht des MTO1000 Teleobjektives

Bei dem MTO1000 Teleobjektiv handelt es sich um eine Maksutov Cassegrain Optik mit einer multivergüteten Bildfeldebnungs- und Korrektorlinse in geschlossener Bauweise. Diese sorgt unter anderem dafür, dass die Schärfeleistung über das gesamte Bildfeld recht gut ist. Vorausgesetzt man hat sorgfältig fokusiert. Farbfehler sind so gut wie keine vorhanden, auch wenn die Rohbilder zunächst etwas flau und kontrastarm erscheinen (dazu später mehr).

Man sagt ihm nach, es sei das schlechteste 1000mm Objektiv auf dem Markt...... Man liebt es oder man hasst es! Einen Autofokus gibt es nicht, eine einstellbare Blende gibt es auch nicht.... es gibt nur einen Scharfstellring (der schwergängig ist und große Hände mag!) und eine eingebaute, sehr hochwertige Gegenlichtblende! Mehr Komfort wäre purer Luxus.....

Alle Beispielbilder vom folgenden Bericht findet man in höherer Auflösung in den verschiedenen Galerien auf der Homepage. Siehe unter Intro Galerien

hier ein paar Eckdaten (Abbildung mit adaptierter Canon EOS 7d)

Öffnung 100mm, Brennweite 1000mm, Gewicht: 2,3 kg

Öffnungsverhältnis: rechnerisch f1:10, nach Abzug von der Fangspiegelfläche etwa f 1:11

optisch nutzbares Bildfeld: ca 45mm Durchmesser (für Vollformat geeignet)

Stativanschlüsse sind je 2x 1/4" und 3/8" (um 90° versetzt angebracht)

Naheinstellgrenze: ca. 10m (ja man kann auch Libellen fotografieren!)

Adaptierung für Kameras: Gewindeanschluss M42x1mm und handelsübliche T2 Adapter (erhältlich für alle namhaften Hersteller). Bei dieser Abbildung erkennt man zusätzlich einen Adapterring (vor dem T2 Adapter am Kamerabody) mit drei kleinen verchromten Schrauben (zwei davon sind sichtbar, eine verdeckt!) mit dem man das Kameragehäuse unabhängig vom Objektiv verdrehen kann. Dies bringt enorme Vorteile beim schnellen Ausrichten der Kamera in der Horizontalen oder Vertikalen, ohne dass man die ganze Objektiv/Kamerakombination vom Stativ nehmen muss. Ermöglicht wird dies durch einen innenliegenden Konus in diesem Adapter, der mit den drei Schrauben einfach geklemmt wird. Man sollte allerdings sehr darauf achten, dass die drei kleinen Schrauben stets gut angezogen sind (also Handfest), ansonsten besteht die Gefahr, dass der Kamreabody einfach abfällt!

Bei den Abbildungen ist die Kamrea/Objektivkomination auf einem Manfrotto 190 Stativ und dem kleinen Standardstativkopf montiert. Sicher nicht die Beste Montierung, dennoch ausreichend für Belichtungszeiten von bis zu 60 sec. ausreichend. Die Adaptierung auf einen geeigneten Panoramakopf ist derzeit in Vorbereitung. An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich bei allen Angaben von tatsächlichen Fotoergebnissen berichte, es sind also keine theoretischen Erkenntnisse! Solche Belichtungszeiten sind natürlich nur bei Windstille machbar!

Voraussetzung für Verwacklungsfreie Bilder mit dieser Stativkombination ist ganz klar die Spiegelvorauslösung und Windstille! Dennoch gelingen auch bei leichtem Wind gute Ergebnisse, denn man lernt mit der Zeit die Auswirkungen von leisesten Luftzügen kennen. Mit etwas Übung kommt man eigentlich fast immer zu guten Ergebnissen. Bei Wildlive oder Landschaftsmotiven sollte man vorab den Bildausschnitt gut wählen und dann immer die Spiegelvorauslösung betätigen. Dann gilt es bange Sekunden auszuharren, um im richtigen Moment auszulösen. Es ist eine sehr spannende Angelegenheit, mit diesem Objektiv zu arbeiten. Die folgenden Bildbeispiele und deren Entstehung sind alle beschrieben. Es sind keineswegs immer besondere Schnappschüsse. In der ach so perfekten modernen Fotowelt bietet das MTO 1000 die wunderbare Rückkehr in die Fotowelt vor 40 Jahren, gepaart mit den digitalen Möglichkeiten moderner DSLR Kameras. Eine sehr spannende Sache!

Die Belichtungsmessung funktioniert hervorragend im "M" Modus, dabei gehe ich immer etwa 2 bis 3 Balken in die Unterbelichtung hinein, damit hat man bei der Nachbearbeitung keine Probleme.

Ein Motiv in weiter Ferne..... (Entfernung ca. 2,5km)

rechts neben der oberen rechten Ecke vom Kameragehäuse erahnt man im Hintergrund einen kleinen Turm.....

Die Aufnahme rechts (am gleichen Tag morgens entstanden) besteht aus 4 Einzelbildern übereinander im Querformat aufgenommen und zu einem Hochkantpanorama gestitcht. Das fertige Panorama hat eine Größe von etwa 12.000 x 5.000 Pixel

 

Dieses Bild (Hochkantpanorama aus 5 Einzelbildern) zeigt den gleichen Wasserturm zu einer anderen Jahreszeit aufgenommen vom gleichen Aufnahmestandort. Der eingeblendete Ausschnitt oben rechts zeigt ein Fensterdetail in der Originalgröße an. Voraussetzung für das gelingen solcher Bilder ist eine geringe Luftunruhe (nicht unbedingt themperaturabhängig!) wenig Wind und wenig Dunst. Als das größte Problem hat sich nach zwei Jahren mit dem MTO 1000 die Luftverschmutzung und/oder die atmosphärischen Gegebenheiten herausgestellt. Sicher ist im Winter weniger Luftflimmern als im Sommer, schon alleine wegen der Themperatur. Dennoch kann man nach einem Regenschauer oder nach einer Abkühlung im Sommer auf Luftschichten mit wenig Bewegung hoffen. Das ist das eigentliche Abenteuer mit dem MTO 1000! Man ist immer auf der Suche nach den perfekten Bedingungen. Die Bildqualität hängt ganz stark davon ab!

Beim Referenzbild geht die Auflösung so weit, dass man Details von etwa 10 cm Größe noch erkennen könnte. Sicher ist es nicht gestochen Scharf und natürlich bedarf es immer etwas Nacharbeit, doch in bei dem günstigen Preis von etwa 300 € absolut okay. Was ich nauch nicht verschweigen möchte ist, dass die theoretische Auflösung in Zeilen wohl nicht sonderlich gut ist. Im Bildergebnis wirkt sich das bei dunklen Farbverläufen ähnlich wie ein etwas stärkeres Bildrauschen aus. Da ich derzeit mit einer Canon EOS 7d fotografiere, die auch bei ISO 100 schon etwas rauscht, ist das natülich ein kleines Manko. Dafür hat man allerdings Bilder mit einem sehr authentischen Charakter und einer wirklich unglaublichen räumlichen Perspektive! Wenn man einen eher dokumentarischen Bildstil mag, hat man sehr viel Freude bei den Bildergebnissen!

Das stitchen (also "zusammennähen") von Einzelbildern zu einem Panorama ist bei solchen Brennweiten völlig problemlos. Und es kommen eine ganze Reihe von kostenlosen Panoramatools aus dem Internet damit zurecht.

Ein paar Eckdaten zu dem nebenstehenden Bild:

zur "blauen Stunde" fotografiert

Belichtungszeit: 5x1 sec. mit Spiegelvorauslösung plus jeweils 4sec. Wartezeit nach der Spiegelvorauslösung

ISO 100, kameraintern entrauscht (die 7d rauscht auch bei ISO 100 schon etwas)

Dieses Bildbeispiel zeigt eine Ente in etwa 100m Entfernung am nahen gelegenen See bei Bestem Abendlicht. Ein grauer Herbsttag und eine geschlossene Wolkendecke, das richtige Wetter für das MTO 1000! Beim einrichten des Statives und sorgföltigen Scharfstellen riss plötzlich die Wolkendecke ganz tief am Horizont einen Spalt auf. Genau passend zur tiefstehenden Sonne.

Es folgten drei Einzelbilder, wie immer mit Spiegelvorauslösung und jeweils eta 0,5sec. Belichtungszeit.

An einem anderen Tümpel entstand dieses Panorama aus 10 Einzelbildern. Es war eine sehr aufregende Sache. Diese Graureiher sind sehr scheu und beobachten ihr Umfeld ganz genau! Der Lichtschein auf den grünen Algen und die düstere Lichtstimmung fand ich sehr geeignet für eine Wildlive Aufnahme. Es fand sich zum Glück eine kleine Lücke zwischen den vielen Sträuchern, um eine freie Schussbahn zu erhalten. Er hatte mich bereits entdeckt, als die Kamera noch im Fotorucksack war und das Stativ noch nicht aufgebaut war. So verging unendlichviel Zeit, mit ganz langsamen Bewegungen alles aufzubauen. Ein kritischer Moment ist dann immer das heben einer Hand zum Scharfstellring ( für den man übrigens die ganze Hand benötigt!). Wenn man da eine hektische Bewegung macht, ist das Federviech ganz einfach weg!

Hier hatte ich das große Glück, dass nach insgesamt zehn Einzelbilder von je 1 sec. Belichtungszeit, nochmal je 1 sec. Zeitdauer wegen dem kamerainternen Entrauschen und zehnmal etwa 3 sec. Wartezeit nach den Spiegelvorauslösungen, bis die Schwingungen an der Kamera weg waren, der Reiher immer noch wie angewurzelt da stand!

Einer der enormen Vorzüge des MTO 1000 sind die außergewöhnlichen Perspektiven, die sich durch die große Brennweite ergeben. Bei diesem Beispielbild sieht man einen zufällig vorbeifahrenden Zug im Hintergrund. Das Flugzeug befand sich etwa bei der Hälfte der Startbahn. Das Bahngleis ist etwa 100m Hinter dem Ende der Startbahn. Der Aufnahmestandort war etwa 200m vor der Startbahn im Feld und die Entfernung zum Flugzeug ca. 600m weit weg.
Bei solchen Flugszenen erhält man immer interessante Perspektiven, gerade wenn Flugzeuge auf einem zufliegen oder wegfliegen. Man kann sie dann etwa eine bis zwei Minuten lang im Sucher verfolgen und man hat den Eindruck, sie würden an einem Punkt stehen bleiben! In dieser Zeit kann man die Schärfe sehr gut Einstellen. Doch sollte man sich aufgrund des sehr schlechten Öffnungsverhältnisses (also f 1:10) darüber im Klaren sein, dass ein sonniger Tag etwa ISO 400 und 1/200sec. Belichtungszeit bedeutet! Hier wird natürlich ohne die zuvor beschriebene Spiegelvorauslösung gearbeitet. Ein ruhiges Händchen sollte man haben und stets die volle Konzentration, damit die Objekte im Sucher bleiben! Das ist nämlich das nächste Problem: "die Suche im Sucher"...... hat mich schon einige Male wichtige Sekunden gekostet, in denen die Objekte perfekt am Himmel standen aber nicht im Sucher zu finden waren! Aber das ist eben das Abenteuer mit dem MTO 1000 in der ach so perfekten Fotowelt!

Ein weiteres Beispielbild, das weniger durch perfekte Schärfe besticht, sondern vielmehr wegen der Perspektive auffällt. Ein landendes Segelflugzeug zwischen parkenden Autos und umherlaufenden Leuten (bei der kleinen Bilderserie in den Galerien zu sehen). Wie gesagt, es müssen nicht immer die perfekten ultrascharfen Bilder sein. Wer sich mit dem MTO 1000 angefreundet hat, der hat auch Mut zum Bildrauschen und zu gelegentlichen leichten Unschärfen.

Bei dieser Szene sollte man bedenken, dass sie aus etwa 1000m Entfernung bei 30 Grad in der Sonne und starkem Luftflimmern entstanden ist! Manche haben schon vermutet dass diese Szene (auf dem Flugplatz Worms) nahe dem Tower entstanden ist. Nein, ich stand etwa 600m weiter vor dem ganzen Flugplatzgelände mitten im Feld!

Das Flimmern vom Abgasstrahl macht sich natürlich immer gut. Das Bild zeigt einen Hubschrauber vom Flugplatz Worms. Er schwebte am östlichen Ende der Start/Landebahn ein. Die Kamera war ca. 600m vor dem Flugplatzgelände in westlicher Richtung. Die Aufnahmedistanz betrug somit gut 1000m (annähernd 100% Bildausschnitt).

Hier war es Glücksache, dass ich den Hubschrauber bereits nach etwa 1 Sekunde im Sucher finden und zentrieren konnte. Dabei entstand eine Fotostrecke von etwa 15 Bilder (bei Aufnahmemodus 6 Bilder/sec.) Dabei muss die linke Hand immer am (etwas schwergängigen) Fokusierungsring arbeiten, während die rechte Hand am Auslöser ist und die Szene im Sucher zentriert.

Luftflimmern ist natürlich ein ganz großes Thema bei solch langen Brennweiten. Bei hohen Themperaturen im Sommer und wenn wie an diesen Beispielbildern ein paarhundert Meter heißer Asphalt und weitere 200m heißes Ackerland zwischen dem Motiv liegen, dann wirds problematisch! Bei dem einschwebenden Segler wird ganz deutlich, dass die Schärfe korrekt lag. Je näher er aber in Bodennähe kam, desto verwaschener lagen seine Konturen. Dennoch finde ich solche Szenen faszinierend!

Und die Erlebnisse, angefangen vom wirklich unglaublichen visuellen Eindruck im Sucher bis hin zu dem Überfliegen (die Piloten drücken manchmal ein kleinwenig später, dass man sie praktisch Aug in Aug wahrnimmt!). Das sind unvergessliche Erlebnisse!

Als kleiner aber wichtiger Tip an Rande:

Bei hohen Themperaturen sollte die Kamera/Objektivkombination immer mit Silberfolie (z.B. ein Stück von einer Rettungsdecke) abgedeckt sein. Es können extrem hohe Themperaturen im inneren entstehen. Dem Objektiv macht das zwar nichts aus, dennoch sei zu Bedenken, dass sich etwa 2 Liter Lufvolumen im Objektiv befinden, die sich bei etwa 60 Grad Innenthemperatur auch negativ auf die Bildqualität auswirken. Das MTO 1000 ist ein Optisch geschlossenes System, das gegenüber astronomischen Newton Reflektoren große Vorteile bezüglich Luftunruhe hat.

Bei Flugvorführungen ist absolute Konzentration angesagt! Das schlimmste ist neben dem ständigen Nachfokusieren ist (wie oben bereits erwähnt), das Motiv im Sucher zu behalten! Die vermeintliche Einstellung auf "Unendlich" kann man beim MTO 1000 nicht anwenden. Es ist für den extrem geringen Tiefenschärfebereich ein großer Unterschied, ob ein Objekt 800m weit weg ist oder 1000m! Das wirkt sich auf alle Entfernungen gleichermaßen aus! Der Unterschied zwischen einem scharfen und einem "versemmelten" Bild entscheidet etwa 4mm Verdrehung am Fokusierring!

Bei einem Segelflugzeug, dass nicht so schnell ist funktioniert das fokusieren nach einiger Übung noch ganz gut, aber wenn man eine schnelle Motormaschine nachverfolgen muss, die 300km/h bis 500km/h macht, dann wirds sehr schwierig! Für die Kamera bedeutet das Schwerarbeit, da 5 Minuten lang zumeist mit 6 Bildern/sec. verschossen werden. Mittlerweile mache ich überwiedend "Salven" von 3 Bildern im Aufnahmemodus 6Bilder/sec. In der folgenden Sekunde wird nachfokusiert um dann wieder die nächste Dreierserie zu schießen. Dazwischen immer die volle Konzentration (und Hoffnung) dass das Motiv im Sucher bleibt! Schnelle Vorbeiflüge sind dabei am schlimmsten! Als Kameraeinstellung beim Segler reichen noch ISO 400 und 1/200 bis 1/250 sec. Bei den Motormaschinen sind schon ISO 800 und 1/320 sec. angesagt. Dabei zeigt der Belichtungsmesser (ohne Spotmessung) im Idealfall ein bis zwei Balken Unterbelichtet an. Das ist dann okay so!

Die Distanz der Flugzeuge betrugen bei diesen Szenen zwischen 600 und 1200m (als Wallpaper in Full HD zum downloaden in den verschiedenen Wallpapers Galerien)

Ganz andere, aber nicht weniger schöne Erlebnisse hat man natürlich in der Wildlive Fotografie! An warmen Sommerabenden und bestem Licht entstehen viele huntert Bilder von "rüttelnden" Falken. Auch hier kann ich sagen, dass die visuelle Beobachtung durch den Sucher der Kamera weitaus beeindruckender sind, als die fertigen Bilder! Einmal im Sucher bleibt wie immer sehr wenig Zeit zum fokusieren. Dennoch ist es nicht allzu schwer, solche Flugstudien einzufangen. (als Wallpaper in Full HD zum downloaden in den verschiedenen Wallpapers Galerien)
Als Hobbyfotograf ist man natürlich immer auf der Suche nach neuen Extremen. So entstand aus einer Laune heraus eine kleine Libellenserie die ich aus etwa 100m Entfernung (Bildausschnitt etwa 70% zum originalausschnitt) fotografiert habe. Sicher sind die Bilder nicht scharf genug, um mit echten Makros mitzuhalten. Aber für ein schönes Wallpaper reicht es dennoch!
 

Zum (vorläufigen) Abschluss des Erfahrungsberichtes möchte ich noch auf die großartigen Möglichkeiten der Videoerstellung mit den modernen DSLR Kameras hinweisen. Die Kombination mit dem MTO 1000 und der Canon EOS 7d und andere lässt die Herzen jedes Videofilmers höher schlagen. Ob das der Mond ist, wie er durch die Erddrehung binnen Sekunden langsam und ruhig aus dem Sucher heraus wandert (siehe Video Clip, den ich mal Youtube unter folgendem Link: Mond mit MTO 1000 gefilmt eingestellt habe), oder einen quakenden Frosch formatfüllend aus 30m Distanz oder wildlive Vögel....... Dazwischen ist alles Möglich..........!

Vielen Dank für Ihr Interesse und tschüß bis zum nächsten Thema/Erlebnisbericht